Der Rückblick auf die Saison 2004 wird noch ergänzt!
423 Kilometer und 1320.- Euro
Casa Medica Apotheke Graz STMK., 20.12.2004
423 Kilometer
Die 12 Stunden Ergometer Fahrt zugunsten der Österreichischen Brustkrebshilfe war einen karitative Veranstaltung bei der es darum ging möglichst viele Kilometer zu erradeln und die gefahrenen Kilometer den Kunden der Casa Medica Apotheke zum Kauf anzubieten.
Gemeinsam mit dem Inhaber der Casa Medica sowie dessen Team gelang es uns schlussendlich 1320.- Euro an die Brustkrebshilfe unter der Leitung von Prof. Dr. Smola zu übergeben. Ich hatte an diesem Tag das Vergnügen 12 Stunden bestens betreut und versorgt in der Apotheke auf einem Hammer Titanium Ergometer zu schwitzen und 423 Kilometer zu radeln.
Letztenlich gilt mein Dank all jenen die unsere Idee unterstützt haben und vorallem jenen die an diesem Tag soviel Geld gespendet haben.
Homepage des Veranstalters
Kleinlobming STMK., 23.05.2004
F: 45 km , 2050 HM / M: 28 km , 800 HM
Das Regenwetter der letzten Tage, die herbstlichen Temperaturen und der bewölkte Himmel machen das Training weder leichter noch angenehmer - sich zu motivieren wird immer schwieriger und daher beschliessen wir recht kurzfristig Kleinlobming als schnelle Trainingseinheit einzubauen. Nach dem Höhentraining auf der Turrach bin ich zwar nicht gerade der frischeste, freue mich aber trotzdem auf die Herausforderung. Nachdem es am Samstag den ganzen Tag lang wie aus Kübeln regnet und die Wetterfrösche auch für Sonntag nicht gerade angenehmes Wetter prognostizieren stelle ich mich schon vorab auf eine Schlammschlacht ein. Ausserdem überlege ich die Streckenauswahl und versuche abzuwiegen was gut für mich ist. Zur Wahl steht die Langstrecke über 82 km und 3400 HM und die Mittelstrecke über 45 km und 2050 HM. Für beide ist das gleiche Nenngeld zu bezahlen und man kann auch wenn man für die Langstrecke genannt hat nach der ersten Runde ins Ziel fahren (45 km) und kommt dann in die Mittelstreckenwertung.
Nach einigem Hin und Her mit mir selbst nehme ich mir vor mich auf den ersten 30 Kilometern zu entschliessen. Miga nimmt sich heute die Kurzstrecke vor. Sie hat ein komplett neues Bike und möchte erst etwas sattelfester auf dem doch noch ungewohnten High-End Renner werden.
Das Wetter ist zumindest trocken als wir gegen 7.45 Uhr in Kleinlobming ankommen. Vom Steinplan runter weht ein kalter Wind und Richtung Gipfel kann man deutlich die schneebedeckten Bäume sehen. Steinplan - der Berg ist das Ziel für heute. Knapp über 1700 Meter hoch doch ein beachtlicher Brocken.
Nachdem ich durch meine Schusselei 5 vor Neun draufkomme das der Start um 9 erfolgt wird alles ein bisschen hektisch. Getränke zuhause vergessen, also muss ich heute mit Wasser und Vitamin C Brause auskommen, Riegel hab ich auch keine mit, von Energy Gels oder ähnlichem ganz zu schweigen. Verschärfte Bedingungen sozusagen. Die Asphaltstrasse gleich nach dem Start hält gleich ordentlich hin. Bis zu 20 Prozent Steigung und ein flottes Anfangstempo erfreuen mein Radfahrerherz. Aber auch die Athleten um mich bekommen zusehends mehr Farbe im Gesicht. 4 km später sind wir auf der Gaberl Bundesstrasse die ich eine Woche zuvor noch bei 2 Grad hinuntergefahren bin. Heute ists ein bisschen wärmer und ich noch ein bisschen frischer. Scharfe Rechtskurve ins Gehölz und der erste Downhill nach Kleinlobming City. Nasse Wiesen, Schlamm, Wurzelwerk - technisch schon etwas anspruchsvoller als die Gaberl Bundesstrasse.
Die ersten Fahrer machen schon unbeabsichtigten Kontakt mit dem Boden in dem sie Ihr Bike über die Lenkstange fliegend verlassen. Ich lass das denken sein und mach die Augen zu. Unten angekommen bin ich noch heil aber von Kopf bis Fuß betoniert mit Dreck und Kuhmist. Die XTR wird das erste Mal getreten um das Schaltwerk vom Matsch zu befreien, und schon gehts auf der anderen Talseite wieder rauf. Die Schlammpiste wird immer tiefer, bergauf wirds anspruchsvoll, berab noch mehr, ich verliere meine Trinkflasche - bei der ersten Labestation gibts nur Becher - zum Essen hab ich auch nix dabei - die Entscheidung ist gefallen! Nach einer Runde ist heute Schluss. Noch dazu stehen nächste Woche die 24 H in Krems am Programm. Daher kein Taktieren sondern antreten - und zwar kräftig. Die nächste Up´s and Down´s sind eher von unspektakulärer Natur, bis auf eine Geländekante vor der Auffahrt zur Steinplan Forsstrasse. Dort ist aufeinmal der Boden unter mir bzw. meinem Rad weg und ich nehme die Diretissima ins Bodenlose. Bei der Labestation mit flüssigem versorgt, nehm ich die Forststrasse auf den Steinplan in Angriff. Die ist angenehm zu fahren, zieht sich aber mächtig , vorallem das endlose Hochplateau. Ich bin aber gut im Tritt und flott unterwegs. Vom berüchtigten Downhill hab ich schon gehört, als ich das Gipfelkreuz passiere setzte ich mich aber das erste Mal damit auseinander. Ehe ich mich versehe bin ich mitten drinnen. Im (Veranstalter Zitat) "härtesten Downhill" Österreichs. 4 km gehts bergab, teils über Felswege, teils durch ein komplett verschlammtes Bachbeet (?) ... Die Finger schmerzen ziemlich, die Bremse raucht und ich bin froh nach 3 Stunden und 3 Minuten ins Ziel zu kommen.
Miga bewältigt die 28 km Strecke in 01.41.16 und wird hervorragende Dritte bei den Damen.
Alles in Allem war Kleinlobming ein interessantes Rennen, und wenn nicht gerade ein 24 Stunden Rennen vor der Haustür steht, werd ich mir sicher mal die Langstrecke vornehmen.
Franz: 03.03.03 h
Miga: 01.41.16 h
Homepage des Veranstalters
Mörbisch BGLD., 02.05.2004
F: 215 km / M: 125 km BIKE
Für mich klingelte Sonntag schon um fünf Uhr früh der Wecker. Anreise "per velo" nach Mörbisch stand am Programm. Wolkenverhangen wiegt sich das Mürztal noch im Schlaf als ich um 05.15 das Rad besteige und Richtung Semmering aufbreche. Die frische Morgenluft tut gut und macht munter, das Wiener Becken präsentiert sich vom Wetter her wesentlich freundlicher als das regnerische Mürztal, und das bergabcruisen Richtung Neunkirchen macht mächtig Spass.
In Mörbisch dann noch schnell Startnummern montiert, Miga instruiert und sich zwischen 1000 Biker geklemmt. Pünktlich um 10 Uhr beginnt dann auch der Wind gehörig aufzudrehen und einem Kampf gegen die Windmühlen steht nichts mehr im Weg. Für mich dient der heutige Marathon als lange Trainingseinheit (die Anreise miteingerechnet), für Miga ists der erste Bike Marathon überhaupt - sie soll sich mal an das Fahren in großen Gruppen und das hektische Treiben in selbigen gewöhnen. Daher fahren wir heute auch gemeinsam - ohne Stress und Hektik. Der Start verläuft problemlos, moderat gehts den ersten kleinen Hügel hinauf und wir ziehen los Richtung Ungarn. Ideale Temperaturen machen das Radfahren zum Vergnügen, Miga hängt wacker an meinem Hinterreifen, wir probieren alles aus - fahren mal in einer großen Gruppe, lassen diese dann vorbeiziehen, ich mach das Loch nach vorne wieder zu, vertreib mir die Zeit mit kurzen Zwischensprints und achte immer drauf das Miga im Windschatten bleibt. Kurz vor Sopron dann ein Crash unmittelbar vor uns. Mit Glück verhindern wir eine Kollision. Die Gruppe zerfällt daraufhin und wir gehen es etwas geruhsamer an. Gemütliches Radeln über Ungarns Landstrassen, ein paar Mal durchatmen und eher wir uns versehen sind wir schon wieder in Österreich.
Illmitz, Podersdorf, Neusiedl - es ist immer wieder ein Genuß die burgenländische Tiefebene zu durchradeln. Der Wind bläst uns auch gutgelaunt um die Ohren und im Zweiergespann radeln wir guter Dinge wieder zurück nach Mörbisch. Nach 4 Stunden und 4 Minuten sind wir wieder am Ausgangspunkt unserer Reise rund um den Neusiedlersee. Der Schnitt von etwas mehr als 30 km/h ist für den gemeinsamen Ausflug auch zufriedenstellend, Miga hat Ihren ersten Radmarathon ohne Probleme überstanden (nach Ihrem schweren Radunfall vor 2 Jahren auch mental eine Heruasforderung), und beim anschliessenden Nudelessen blicken wir auf einen gelungenen Rad-fahr-tag zurück.
Franz: 04.04.20 h (Gesamt: 06.52.00 h)
Miga: 04.04.20 h
Tragöss STMK, 07.03.2004
8 km Skitourenlauf (700 HM)
Der Sonnschien Lauf von der Pfarralm in Tragöss / Jassing auf die 1525 Meter hoch gelegene Sonnschien Alm ist einer der ältesten Tourenskiwettkämpfe Österreichs. Doch das ist nur ein Grund um an dem traditionsreichen Rennen teilzunehmen. Ein weiterer ist sicher die grandiose Bergwelt des Hochschwab Massivs.
Miga und ich machten uns daher schon am Samstag, einen Tag vor dem Lauf auf den Weg die Strecke zu erkunden und bei Kaiserwetter die herrliche Winterlandschaft am Fuße des Ebensteins zu geniessen. Vom großen Parkplatz in der Jassing gehts zuerst 500 Meter auf einer Forststrasse flach dahin, dann wechselt man auf einen mässig steilen Forstweg der sich ungefähr 2,5 km berwerts zieht. Erst dann zweigt man ab in den steilen Hochwald und geht, immer wieder die Russenstrasse querend rauf zum Lawinengangl. Dort sind circa 200 Meter flach ehe man am Sonnschien Thörl vorbei über eine steile Hochwiese rauf zum Plateau kommt. Von dort gehts dann noch einen guten Kilometer bergauf/bergab rüber zur Sonnschien Hütte wo das Ziel ist.
Gemütlich raufwandernd brauchten wir knapp unter 01.30 h für die 8 km und 700 HM bis zur Hütte, doch in Anbetracht des Kaiserwetters und des bevorstehenden Wettkampfes ein äusserst angenehmes und erholsames Tempo.
Der Sonntag zeigt sich dann von einer ganz anderen Seite. Dicke Wolken hängen über unseren Köpfen und Frau Holle schüttelt ihre Tuchent als wir uns in der Früh auf den Weg Richtung Jassing machen. Dort hat sich schon eine beachtliche Anzahl an Tourengehern- und Innen jeglichen Alters versammelt, und wir sehen auch eine Menge bekannte Gesichter.
Nachdem wir uns gegen ein faires Nenngeld von 10.- Euro die Startnummern geholt haben, wirds auch schon Zeit sich an der Startlinie aufzustellen. Der Sonnschien Lauf hat seine eigenen Regeln, unter anderem müssen die Skitourenfelle während des ganzen Wettkampfes auf den Skiern bleiben (auch die letzten Meter bergab ins Ziel), und auch für den Kleidertransport ins Ziel ist jeder für sich verantwortlich. Also stehen knapp 100 Skitourengeher mit Rucksack bepackt an der Startlinie und warten auf den Startschuss. Punkt 10 gehts los mit einem Massenstart und wir nehmen die Beine im wahrsten Sinne des Wortes unter die Arme. Ich bin sicher noch nie so schnell mit Skiern gerannt. Die ersten 500 Meter auf der flachen Forststrasse sind ein Sprint wie aus dem Bilderbuch und ich bin nach 300 Metern blau. Dem Himmel sei dank biegt man dann in den Forstweg und es wird etwas steiler. Das Feld zieht sich mittlerweile auch ein bisschen mehr auseinander und ich finde langsam aber sicher wieder einen Rythmus, bzw. auch meine Muskulatur bekommt wieder geringe Mengen an Sauerstoff zur Verfügung gestellt. Der Puls ist zwar noch immer jenseits der Norm, doch ich weiss das ich meines Stärken erst im wirklich steilen Gelände ausspielen kann und konzentriere mich auf einen "runden" Schritt. Im Hochwald beginne ich mich dann wieder an Kraft gewinnend im Feld nach vor zu arbeiten und kann bis zum Eingang ins Lawinengangl einige Plätze gut machen. Dort schliesse ich zu einer Dreier-Gruppe auf, hänge mich hinten rein und versuche dann nochmal auf der letzten steilen Passage zu attackieren. Die drei lassen sich auch mühelos im steilen überholen, doch im flachen letzten Teil der Strecke fehlt mir dann doch die nötige Technik und das passende Material und ich muss einen von den Dreien wieder an mir vorbeilassen. Den Abstand zu den zwei Verfolgern kann ich aber halten und freue mich das Ziel bei der Sonnschien Hütte nach knapp unter 51 Minuten zu erreichen.
Kaum im Ziel dreh ich um und stapfe meiner Miga entgegen, die von den höhenmeterreichen Tagen zuvor schon etwas gezeichnet ist (2500 HM sind für einen Skitourenneuling doch schon ganz beachtlich), aber trotzdem ein hervorragendes Rennen läuft, und nach 1 Stunde und 12 Minuten das Ziel bei der Sonnschien Hütte erreicht.
Franz: 00.50.58 h
Miga: 01.12.10 h
Der Sonnschien Lauf ist eine wirklich schöne, traditionelle Sportveranstaltung - bei der nicht nur die Top-Athleten und Sieger im Vordergrund stehen, sondern auch die Bewegung und die Freude am Alpinismus !
