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Für Live Berichterstattungen vom RACE AROUND SLOVENIA besuchen Sie bitte die Offizielle Webseite DOS - Race Around Slovenia oder die Facebook Seite von Franz Preihs.
Category: Race Around Slovenia 2011

Rueckblick DOS - Race Around Slovenia

16 May 2011 Written by Crew

Das Race Around Slovenia ist ein 1150 km langes NONSTOP Radrennen mit mehr als 13.000 Hoehenmetern entlang der Slovenischen Grenze. Es wurde 2011 zum bereits 5. mal ausgetragen und hat sich durch seine unglaublich perfekte Organisation schon einen Namen weit ueber die Grenzen Europa's hinaus gemacht.  Das RAS wird im RAAM Style nach den Regeln der UMCA (Ultramarathon Cycling Association) gefahren: daher kein Windschattenfahren! Im Klartext: 1150 Kilometer Zeitfahren gegen die Uhr und gegen die Creme de la Creme der weltweiten Extremradsportszene. Nach dem tragischen Tod der Radsport Legende Jure Robic versammelte sich heuer alles und jeder was im Langstreckenradsport Rang und Namen hat im idyllischen Start- und Zielort Postojna. RAAM Finisher, Weltmeister, Europameister, Weltrekordhalter wie unter anderem Strasser, Baloh, Ratschob, Fuchs, Case, Rok, Rhitaric, Sanz-Garcia und viele viele mehr waren gekommen um sich miteinander zu messen und um Jure auf Ihre Art und Weise Tribut zu Zollen: mit einem Grenzgang auf 2 Raedern.

Nach seinem DNF 2010 stand Franz heuer natuerlich etwas unter Zugzwang bezueglich seiner Performance beim Race Around Slovenia. 2011 war das RAS auch die Europameisterschaft im Ultraradmarathon!

Franz: "Der Mai ist fuer mich als Pollen- und Graeser Allergiker eine extrem anstrengende Zeit. Auch die Medikation bei derart langen Rennen ist sehr schwierig, machen doch nahezu alle NADA konformen Antihistaminika mehr oder weniger muede, und genau das ist es was ich bei dieser Art von Rennen am wenigsten brauchen kann. Dazu kommt das ich um diese Jahreszeit dazu neige Probleme mit meiner Atmung zu bekommen. Speziell bei massiven Temperaturwechseln (Kaltluftprovokation) kommen meine ohnehin schon durch die Allergie angeschlagenen Bronchien ordentlich ins Schleudern und somit ist Rennfahren um diese Jahreszeit auch immer ein bisschen ein Tanz auf Messers Schneide fuer mich.
Genau diese Problematik hat mich auch letztes Jahr im Anstieg zum Vrsic vom Rad gezwungen, und eben auch diese Problematik verursachte mir heuer vor dem Rennen die meisten Kopfschmerzen."

Neu fuer Franz war heuer auch das komplett slovenische Team, welches unter anderem auch schon fuer Jure Robic taetig war. Kommuniziert wurde auf Englisch. Die Ernaehrungsstrategie wurde vom RAAM 2008 uebernommen wo man auch schon auf nahezu 100% fluessige Nahrung gesetzt hat. Die Rennstrategie wurde vor Ort den Bedingungen angepasst.

Franz: "Ich war ein bisschen in der Zwickmuehle. Mir war klar das ich die Ersten 200-300 Kilometer am Limit fahren muesste um mit der absoluten Spitze mitzuhalten - dabei aber natuerlich das Risiko einer Kaltluftprovokation meiner Atemwege um das x-fache hoeher waere als bei einem sehr hohen, aber einigermassen kontrolliertem Tempo. Gleichzeitig wusste ich auch das ich auf den Ersten 200-300 Kilometern genug Zeit verlieren wuerde, die mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit nicht mehr aufzuholen waere. Angesichts des Did Not Finish im Vorjahr entschied ich mich fuer eine Variante mit Sicherheitsnetz. Anspruchsvolles druckvolles pulsgesteuertes Radfahren bis zum Anstieg auf den Vrsic, und wenn dann alles im gruenen Bereich sein sollte - Druck machen was geht und versuchen rauszuholen was noch rauszuholen ist."

Nachdem Rennstrategie, Schlafstrategie und Ernaehrung ausgearbeitet waren, ging es fuer Franz Donnerstag Abend um 20:06 MEZ auf die lange Runde rund um Slovenien.

Franz: "Das Rennen selbst verlief dann im grossen und ganzen meinen Erwartungen entsprechend. Entgegen meiner ueblichen Gewohnheiten lies ich mich auf Anraten meines Arztes doch verkabeln und fuhr bis zum Vrsic Anstieg mit Puls. Nie wirklich langsam aber auch nicht am Limit. Ich wuerd' es am ehesten druckvoll aber doch dossiertes Rennfahren nennen. Das man damit ein so hochqualitativ besetztes Rennen nicht gewinnen kann war mir uebrigens zu diesem Zeitpunkt schon vollkommen bewusst. Erst im Anstieg zum Vrsic bekam ich gruenes Licht den Motor auch mal auszufahren und von dem Zeitpunkt an arbeitete ich eigentlich gegen die Uhr und gegen die Konkurrenz mit der Zielsetzung so viele Gegner wie moeglich einzuholen und so schnell als moeglich wieder retour nach Postojna zu kommen. Das wir das Rennen ohne Schlafpause fahren wuerden, stand schon im Vorfeld fest und somit war von taktischer Seite her auch nicht mehr viel zu tun. Ich fuhr mein Rennen gegen die Uhr, verneigte mich in Gedanken vor Jure's Grab in Krajnska Gora (an welchem die Rennstrecke nahezu unmittelbar vorbeifuehrte) und ehe ich mich versah waren wir auch schon in Sentilji an der oesterr. Grenze wo der Grazer Verein URC Veloblitz eine Fanbase stationiert hatte und Michaela (meine Frau) zum Team stiess. Nach einer kurzen Toilettenpause ging es ab in die Zweite Nacht und wir arbeiteten uns entlang der oestlichen Grenze Sloveniens Richtung Ziel vor. Dazwischen gab es immer wieder spannende Zweikaempfe mit den unmittelbar vor mir liegenden Slovenen Mitja Rok. Uns sollten im Ziel exakt 30 Sekunden (!!! ) nach ueber 1100 Kilometern im Sattel trennen :-)..."

Und so war es dann auch: Um 17:17 Uhr MEZ - genau 45 Stunden und 11 Minuten nach seinem Start erreichte Franz als Neunter von ueber 70 Startern das Ziel in Postojna.

Sein Resumee: "Hinterher ist man immer gscheiter ... das hat schon mein Opa immer gesagt. Aber jetzt Spass beiseite. Ich musste schon 2 Rennen in meiner Karriere wegen Atemwegsproblemen aufgeben - immer im Mai (Raid Provence Extreme 2007, RAS 2010) - das Risiko heuer wieder zu scheitern war einfach zu hoch. Ich hab mit Sicherheitsnetz gespielt, damit gewinnt man keine Rennen, aber man kann Sie zumindest gut fahren und eine (das trau ich mich schon zu sagen) doch auch recht respektable Leistung bieten. Fakt ist: 2011 begann fuer mich damit schon einmal wesentlich besser als 2010 - ich hab die Belastungen des Rennens immens gut und schnell verdaut, hatte keine physischen und psychischen Haenger und freu' mich schon auf die naechsten Herausforderungen. Die Form stimmt und wer sich die Muehe macht und dich die Split Zeiten von Timestation zu Timestation genauer anschaut wird sehen das ich auch am Schluss noch Tempo machen konnte. In diesem Sinne: Anfang Juni ist die kritische Pollen- und Graeser Zeit fuer mich vorbei, dann kann ich auch vom Start weg attackieren und auch wieder weiter vorne im Feld mitmischen."

NEU: BILDERGALERIE 

at RAS (copyright: www.dos-extreme.si)at RAS (copyright: www.dos-extreme.si)
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