| Statement von Franz |
| Geschrieben von: Franz Preihs |
| Donnerstag, den 25. Juni 2009 um 03:54 Uhr |
|
Liebe Besucher meiner Homepage, liebe Freunde und Fans! Ich moechte mich auf diesem Weg persoenlich zu Wort melden, um die letzten Tage mit Euch gemeinsam Revue passieren zu lassen. Erstmals moechte ich auf diesem Weg meiner CREW ein riesen Lob aussprechen. Es war auch fuer mich erstaunlich, mit welcher Professionalitaet die Jungs und Maedels ans Werk gegangen sind. Unglaublich, was sie vor, waehrend und auch nach dem Rennen geleistet haben. Vielen Dank! Natuerlich wart auch Ihr, die Besucher meiner Webpage eine grosse Motivation fuer mich und ich moechte mich ganz herzlich fuer die vielen aufmunternden Botschaften und Gaestebucheintraege bedanken! Zum Rennen selbst: ich war topmotiviert und fand fuer meine Verhaeltnisse schon relativ frueh, in der ersten Nacht meinen Rythmus. Aber bereits am zweiten Tag, im Anstieg nach Congress / Arizona verspuerte ich einen ungewohnten Schmerz im linken Knie. Nicht die ueblichen Belastungsschmerzen, wie sie bei Rennen solcher Dimensionen immer wieder einmal auftreten, sondern einen viel tiefer im inneren des Knies liegenden, bedrohlichen Schmerz. Von Andrae und Anja wurden sofort erste Massnahmen gesetzt. Das Knie wurde infiltriert, mit Eis behandelt und getaped. Das funktionierte eine Weile ganz gut, aber im Anstieg nach Flagstaff wurden die Schmerzen zunehmends staerker. Also wieder Schmerztherapie, diesmal bis zur Schlafpause. Nach 39 Stunden ging es dann endlich ins Bett. 2,5 Stunden wohlverdienter Schlaf fuehrten auch dazu, dass sich mein Knie wieder beruhigte, wurde es doch waehrend der Schlafpause von Anja therapiert. Die ersten Stunden des dritten Tages verliefen also gar nicht so schlecht und ich schoepfte wieder neue Hoffnung... Erst zu Beginn der Nacht verschlechterte sich meine Zustand wieder zusehends, und ich musste erstmals feststellen, dass auch die Akutmedikation und Schmerztherapie nicht mehr ihre volle Wirkung zeigte. Es war von nun an IMMER (!) ein gedaempfter aber spuerbarer Schmerz im Knie, der je nach Dosis der verabreichten Analgetika variierte. Mittlerweile sah man die Belastung meinem Knie auch regelrecht an. Es erinnerte mich vielmehr an einen Handball als an ein Knie. Der vierte Tag, mit 3 nicht gerade niederen Rocky Mountains Paessen war zwar aufgrund der schlechten Witterungsbedingungen eine Herausforderung fuer die Psyche, die extreme Kaelte tat meinem Knie aber wieder recht gut, und so kam ich zwar mit Schmerzen, aber immer noch einem Funken Hoffnung in Taos an. Ich wurde nocheinmal unmittelbar vor der Schlafpause therapiert und mit Schmerzmitteln versorgt, und auch direkt im Anschluss an die 3 stuendige Ruhepause. Allerdings ohne nennenswerte Wirkung. Der Schmerz war mittlerweile omnipraesent, der Gelenkserguss riesig, und nach 3 Stunden Fahrzeit entschied mein Arzt Prof. Dr. Andrae Wasler das Rennen abzubrechen. Zu gross waeren die Risiken einer permanenten Schaedigung des Knorpels. Die Tage danach: Nach dem Abbruch ging es in einer nicht enden wollenden Fahrt nach Cincinatti / Ohio zu meinen Freunden, der Familie Dressmann, wo wir die Moeglichkeit hatten wieder etwas Kraft zu danken, unsere Waesche zu waschen, und unsere sieben Sachen zu sortieren. 2 Tage spaeter ging es fuer mich und Teile der Crew nach Annapolis / Maryland, wo wir noch bis 30. Juni verweilen werden. Fuer mich heisst das im konkreten: viel schlafen, Therapie bei Anja und Andrae, ein bisschen Schwimmen und ganz lockeres Radfahren, sowie ein wenig Sightseeing und Urlaub. Die Zukunft: Am 1. Juli kommen wir in Oesterreich an, dann wird erst einmal ein MR und ein CT des Knies gemacht, und ich werde aller Voraussicht nach noch in der ersten Juli Woche athroskopiert bzw. operiert. Wir sind guter Dinge, dass der Heilungsverlauf aufgrund der Entscheidung das Rennen noch rechtzeitig zu beenden gut verlaufen wird, und ich in einigen Wochen wieder mit richtigem Radtraining weitermachen kann. Wie es mit dem kommenden Projekt RACE AROUND AUSTRIA aussieht, kann ich aus heutiger Sicht noch nicht sagen, die Rennen im Spaetherbst in Costa Rica sollten aber nicht gefaehrdet sein. Last but not least: das Leben geht weiter und auch 2010 wird das RACE ACROSS AMERICA wieder ausgetragen. Ich werde dabei sein... In diesem Sinne: Rock On und Viele Gruesse aus Annapolis / Maryland Euer Franz |