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Heavyweight: Hypertrophietraining nennt sich das Zauberwort. Und dabei wachsen nicht nur die Oberschenkel von Franz

Planai X-treme Skitourennachtmarathon PDF Drucken
Geschrieben von Franz Preihs   
Donnerstag, 20. Feber 2003

ungezählte Pistenkilometer / 3600 Höhenmeter 

Durch einen Zeitungsbericht in der Kleinen Zeitung erfur ich eine Woche zuvor vom Skitourenmarathon in Schladming, und nachdem ich für Februar noch keine weiteren Pläne hatte meldete ich mich kurzfristig an. Die nüchternen Fakten im Vorfeld hörten sich ja auch ziemlich verlockend an. 3 mal die Planai bezwingen, 55% Steigung, 3600 Höhenmeter, und das alles in der Nacht! So kam es dann auch das ich mich mit meinem Betreuer Wolfgang "Wipf" Böhm auf den Weg nach Schaldming machte. Die 2 Stunden im Auto vergingen wie im Flug und um 13.30 kamen wir bei der Planai Talstation an. Der erste ehrfürchtige Blick nach oben. "So steil sind 55% ? - Da kann man wirklich mit Tourenski raufgehen ? - Wielange war nochmal das Zeitlimit ?" Fragen dieser Art gingen mir durch den Kopf als ich den mächtig steilen Zielhang hinaufblickte. Egal - Startunterlagen wurden besorgt; Wipf wurde instruiert und dann gings mit der Gondel rauf zur Streckenbesichtigung. Nachdem man von der Gondel aus einen Großteil der zu bersteigenden FIS Abfahrt einsehen kann - konnte ich den aufstieg schon angenehmerweise im Sitzen besichtigen, und mich somit beim Talfahren auf die Besichtigung der am Abend zu absolvierenden "Schleicherabfahrt" zu konzentrieren. Ein Kritikpunkt an die Veranstalter: Man bekam für die 40 Euro Nenngeld zwar eine Berg- und Talfahrt für den Betreuer - um die Karte zur Streckenbesichtigung musste man sich aber selbst kümmern. Die Ernüchterung bei der Kasse: es gibt keine Einzelfahrten, dafür aber eine günstige Nachmittagskarte um satte 20 Euro. Mit dem größten mir möglichen Einsatz von Charme konnte ich dann die Dame an der Kassa doch noch dazu bewegen mir eine Einzelfahrt um 10 Euro zu verkaufen. Immerhin 50% Rabatt. Aber jetzt zu Abfahrt: Bei Tageslicht sah das ja alles recht einfach aus - zumindest für mich als geübten Skifahrer und ehemaligen Skirennläufer - aber im dunklen ???

 

 

Das Reglement war eindeutig: kein Flutlicht ! - mit Stirnlampe musste der Berg bezwungen werden, und auch die Abfahrten waren nicht beleuchtet. Nach einem kurzen Schladming Bummel gabs dann um 16 Uhr ein sogenanntes Briefing mit Wolfgang Erhardt, selbst ein ehemaliger Weltklasse Ultra Triathlet und nebenbei der Veranstalter von Planai X-treme aber auch der Ennstal Trophy. Dort wurde eigentlich nur nochmal das Reglement verlesen. Countdown 2 Stunden: Ich verbringe die Zeit damit mir über Grundlegende Fragen eines Tourengehers meine Gedanken zu machen. Harsch Eisen oder nicht, Steighilfen in welchem Winkel einstellen, welche Fälle ? Letztendlich entscheide ich mich erstmal mit Harsch Eisen zu beginnen und mache mich ans Anziehen bzw. ans Aufziehen der Fälle und sonstiger Vorbereitungsarbeiten. Mit Wipf gehe ich das letzte Mal die Betreuungsstrategie durch ! Er wird nach dem Start mit der Gondel zur Bergstation fahren, und dort für meine Verpflegung und die Wechselwäsche zuständig sein.

18 Uhr: Um die 40 Marathon Läufer (3 mal Planai & retour), circa 80 Sprinter (1 mal Planai & retour), sowie ungefähr 30 Staffeln stehen im Skistadion der Planai und warten auf den Startschuss. Los gehts. Nach einer Runde durch das Stadion mit vollem Gepäck gehts also das erste Mal rauf. Es ist irrsinnig schwer zu gehen, der von den Skifahrern abgerutschte Hang verzeiht keine Fehler, und einige die stürzen finden sich erstmal wieder an den Startpunkt zurückversetzt. Mit dem Puls jenseits der 180 bezwinge ich den Hang und komm rüber Richtung Kessleralm, wo es zwar nicht unbedingt viel; aber doch etwas flacher wird. Meine Taktik lautet die Harscheisen bis zur Labestation auf der Kessleralm (Planai Mittelstation) auf den Skiern zu lassen, und erst dann zu wechseln (dafür aber auf die große Steighilfe) ! Für alle die sich Planai Xtreme einmal antun wollen - ich bin mit der Taktik eigentlich recht gut über die Runden gekommen, obwohl mich die Eliteläufer - wie auch immer sie das machen - im 55% Zielhang OHNE ! Steighilfen überholten. Bei ersten Aufstieg ist das Feld noch relativ dicht gedrängt, die Athleten an der Spitze ziehen zwar davon aber ich hab eine angenehme Gruppe um mich und finde ab der Kessleralm das erste Mal einen halbwegs erträglichen Rythmus. Im Dunkel der Nacht gehts Richtung Quellbodenhütte - die anschliessend etwas flachere Passage gibt Gelegenheit sich für das letzte wieder ziemlich steile Stück zur Bergstation auszuruhen. Nach ungefähr 01.10 h habe ich den Ersten Aufstieg geschafft (genaue Zeiten bekomm ich erst mittels Ergebnissliste). Fell runter - Bindung fixieren - Windstopper anziehen - Trinken - Essen und ab ins Tal. Es ist schon ein besonderes Gefühl im dunklen, nur mit Stirnlampe ausgerüstet die Schladminger Planai in Höllentempo runterzubrettern. Adrenalin Pur - könnte man es wohl auch nennen.

Im Ziel gilt Kommando retour. Felle rauf, Harsch Eisen rauf, Jacker runter - Essen, Trinken und rauf gehts wieder. Die Hände schmerzen, die Füsse sind schwer und irgendwie kommt man trotzdem vorwärts. Kessleralm - heisses Red Bull - Harsch Eisen runter - und weiter gehts. Ich esse herrlich erfischenden Kunstschnee - und bin mittlerweile komplett alleine. Die Dunkelheit umgibt mich und ich kämpfe mich weiter bergauf. Oben angekommen spüre ich schon deutlich die Strapazen der 2 Bergaufetappen - und mir graut jetzt schon vor dem erneuten Aufstieg. Aber erst mal das mittlerweile gewohnte Procedere und der Nachtflug Richtung Tal. Runde Drei: Der Zielhang kennt keine Gnade und bäumt sich wie eine Mauer vor mir auf. Wieder mal wende ich meine "Zwischenzieltaktik" an. Am Pistenrand sind im Abstand von circa 300 Metern Wasseranschlüsse für die Schneekanonen, die jeweils mit einem kleinen roten Licht gekennzeichnet sind. Diese Wasseranschlüsse sind von nun an meine Strohhalme an die ich mich klammere und die mich Richtung Bergstation begleiten. Die Dunkelheit hat irgendwas beruhigendes und ich stapfe dem Ziel entgegen. Das letzte Mal die Felle runter - die letzte Abfahrt und ich habs geschafft. Nach ungefähr 4 Stunden (hab vergessen die Uhr abzudrücken) laufe ich die letzte Runde durchs Planai Stadion, und gehöre zu einem auserwählten Kreis von 40 X-treme Tourengehern.

Vielen Dank auf diesem Wege an meinen Betreuer Wipf, dessen selbstloser Einsatz wesentlich zum Gelingen solcher Unternehmungen beiträgt.
Letzte Aktualisierung ( Freitag, 19. Jänner 2007 )
 
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Rolf
Hi Michi hi Franz, 
so nun sitzen wir hier im Ötztal, genießen das schöne Ambiente und die Ruhe im Alpina. Der Sonntag kommt in riesen Schritten auf uns zu und wir sind heiß auf den Marathon. Nur eines ist diesmal anders: ... Ihr fehlt einf