Franz fuhr bei seinem Zweiten Glocknerman on the road ein tolles Rennen und konnte seinen Vizeweltmeistertitel in der Klasse M30 erfolgreich verteidigen. Er absolvierte die 1017 km und 15.700 Höhenmeter in 39 Stunden und 12 Minuten! Hier der Race Bericht, einige Bilder in der BILDERGALERIE und das Statement von Franz:
Um 3:12 Uhr in der Nacht von Freitag auf Samstag erreichte Franz (aex aequo mit T.Ratschob, G.+H. Turnovsky) das Ziel in Graz. Genau 39 Stunden und 12 Minuten benötigte er, und konnte somit seine Zeit aus dem Jahr 2005 um 4 Stunden und 45 Minuten verbessern. Das bedeutet Rang III insgesamt und Rang II (und somit den Titel VIZEWELTMEISTER) in der Klasse Unter 30!
Das Rennen startete Donnerstag um 10:00 Uhr am Grazer Karmeliterplatz. Neutralisiert ging es dann über den Schwarzl See bis nach Preding wo das Rennen gegen 12:35 Uhr offiziell freigegeben wurde. Bei der ersten Steigung nach Kitzeck musste Franz die Spitzengruppe ziehen lassen. Das Tempo war sehr hoch, und wir wollten in Bezug auf Franz´ Probleme mit den Atemwegen kein Risiko eingehen. Die Pollenbelastung ist zu dieser Jahreszeit noch immer immens, dadurch entschieden wir uns auch erstmal einen Rythmus zu finden und dann kontinuierlich Tempo zu machen.
Über die Soboth und den Schaidersattel ging es Richtung Villach. Zuerst nur zu Zweit, sammelten Franz und der Deutsche Johnny Kämpfe immer mehr Konkurrenten auf. In Villach fuhren sie (inzwischen schon in einer 4-Mann Gruppe) auf die Radzwillinge Gernot und Horst Turnovsky auf. Das Tempo war zu diesem Zeitpunkt schon recht anständig, und zu Sechst machten sie sich auf den Weg nach Winklern. In Winklern (km 300) musste man sich persönlich bei der Rennleitung melden, was circa 30 Sekunden in Anspruch nahm. Gleich im Anschluss ging es zuegig weiter über den Iselsberg nach Lienz. Inzwischen war die Sechser Gruppe auf ein Trio geschrumpft. Franz und die Brüder Turnovsky machten von nun an gemeinsame Sache und erhöhten das Tempo. Druckvoll überquerten wir in den Nachtstunden den Felbertauern und standen um 5 Uhr Früh, nach knapp 490 Kilometern und 7000 Höhenmetern das Erste Mal am Hochtor (Großglockner), dem höchsten Punkt der Strecke, etwas über 2500 Meter über dem Meeresspiegel. Bei der Zweiten Auffahrt auf den Iselsberg fuhren die drei dann auf Thomas Ratschob aus der Schweiz auf. Von nun an zu viert konnten sie das hohe Tempo beibehalten und die Zweite Runde über den Felbertauern und den Großglockner ohne große Probleme absolvieren. Nocheinmal musste man der Rennleitung in Winklern einen Besuch abstatten, ehe es wieder über das Drautal hinaus nach Paternion ging, wo schon der nächste Anstieg auf die Windische Höhe wartete. Nach knapp 700 Kilometern und 11.000 Höhenmetern Nonstop wahrlich keine leichte Aufgabe, weist die Windische Höhe doch Steigungen von biszu 24% auf! Über Arnoldstein, Villach, das Kärtner Rosental ging es dann weiter nach Abtei und von dort nach Lavamünd. Mittlerweile waren Franz und die Radzwillinge beinahe 700 Kilometer miteinander geradelt und auch Thomas Ratschob war schon seit mehr als 12 Stunden mit von der Partie. Die Konkurrenz vor den Vieren (Strasser und Baloh) waren ausser Reichweite und nach hinten waren keine Verfolger in Sicht. Was tun ? Attackieren? Gemeinsam weiterfahren? Die Jungs vorne auf den Rädern fassten letztendlich beim Anstieg auf die Soboth den Entschluss auch die letzten Kilometer miteinander zu fahren. Alle wirkten noch recht frisch und ein Kopf an Kopf Rennen bis zum bitteren Ende erschien zu dem Zeitpunkt keinen von Ihnen als sehr vielversprechend. Letztendlich überquerte Franz um 03 Uhr und 12 Minuten nach 1017 km und 15.772 Höhenmetern die Ziellinie beim Schwarzl Zentrum.
 richtung fuscherthörl Franz: "Im großen und ganzen bin ich mit dem Rennverlauf doch recht zufrieden. Nach Frankreich war ich ein wenig verunsichert ob ich beim Glocknerman wohl wieder komplett fit am Start stehen würde können, doch letztendlich fanden wir dann doch noch ein wirksames Medikament gegen meine Pollenallergie. Was das Rennen betrifft hatte ich im großen und ganzen erstaunlich wenig Probleme. Die Ersten Hundert Kilometer hab ich bewusst etwas ruhiger angehen lassen um einen Rythmus zu finden und meine Atemwege ein bisschen an die hohe Belastung zu gewöhnen. Ab Villach und im speziellen aber ab Winklern, gemeinsam mit den Radzwillingen lief es dann aber sehr gut und ich hatte das ganze Rennen über keine Probleme. Das druckvolle Fahren ging recht einfach von der Hand, lediglich die Rennsituation in Hinblick auf die Platzierung war schon nach etwas 600 Kilometern ziemlich festgefahren. Als wir Freitag früh auf Thomas Ratschob auffuhren waren Strasser und Baloh schon ausser Reichweite und die Konkurrenz hinter uns erweckte auch keinen Grund zur Sorge. Gernot, Horst, Thomas und ich waren alle miteinander noch in sehr gutem Zustand, eine Attacke wäre warscheinlich im Sand verlaufen und hätte nur unnötig Substanz gekostet. Schlussendlich entschieden wir uns dann beim allerletzten Anstieg nach Kitzeck nicht mehr zu attackieren und gemeinsam über die Ziellinie zu fahren. Ich persönlich bin sehr froh dass ich wieder gesund ins Ziel gekommen bin, meine Atemwegsprobleme behoben sind und meine Formkurve weiterhin stetig nach oben steigt. Danken möchte ich auf diesem Weg auch meiner perfekten Crew, angeführt von meiner Frau Michaela, Thomas Köck und Walter Schinzel!" |