|
Geschrieben von Franz Preihs
|
|
Montag, 28. Mai 2007 |
Fotos gibt es HIER !
Nachdem die meisten sicher das offizielle Statement gelesen haben, folgt hier ein kleiner Erlebnisbericht (ohne Erklärungen und medizinischer Fachsimpelei) von meiner Teilnahme am Raid Provence. Die Anreise erfolgte per Auto über Venedig, Turin, Monaco, nach Saint Remy! mit Franz Venier Das kleine verträumte Städtchen liegt zwischen Aix en Provence und Avignon, und verkörpert so ziemlich genau das was wir uns an Provence Klischees erwarten. Boccia spielende Männer am Gemeindeplatz, Rotwein, Lavendel und Pastelltöne soweit das Auge reicht. Nach dem ersten finanziellen Schock (62,- Euro Mautgebühr) hatten wir noch ein wenig mit unserer Vermieterin zu verhandeln, nachdem das eine der beiden Doppelzimmer Besenkammercharakter hatte. Mangels unserer französischkenntnisse gestaltete sich das ganze zu einer pantomimischen Meisterleistung und letztendlich konnten wir auch die Unterbringung als gesichert verbuchen. Den Abend liessen wir dann gemuetlich ausklingen. Freitag vormittags lockerte ich meine Muskeln noch ein wenig am Rad, während Michi, Heidi und Tom das Pace Car startklar machten, und letzte Besorgungen erledigten. Am Nachmittag gings dann auf ein Bier mit Guus Moonen (Le Tour Ultime), und im Anschluss gab es das obligatorische Race Briefing.
Mittlerweile hatte sich auf Franz Venier und sein Team zu uns gesellt und wir hatten recht viel Spass unter den fast ausschliesslich französisch sprechenden Veranstaltern und Officials. Samstag um 9.00 Uhr erfolgte dann der (in)offizielle Start in Saint Remy wobei die ersten 50 Kilometer mehr oder weniger neutralisiert gefahren wurden, nachdem die Strecke von Saint Remy nach Malaucene rund um Avignon führt, und ein Labyrinth vergleichsweise harmlos gegen das provenciale Strassennetz erscheint. In Malaucene erfolgte dann der offizielle Start und die Post ging ab. Das Wetter hielt sich diesmal genau an die Prognosen und pünktlich zur Auffahrt auf den Mont Ventoux verdunkelte sich der Himmel, und ein gewaltiger "Wetter"Wind kündigte das bevorstehende Inferno an. Am Gipfel des Ventoux war mittlerweile Nacht, obwohl es erst 13:00 Uhr war. Der Himmel schwarz, orkanartiger Wind, Hagel, strömender Regen und dichter Nebel. Vom Veranstalter Patrick erhielten wir am Gipfel die Anweisung 5 km ins Auto einzusteigen, weil ein Abfahren auf der von Hagelkörnern übersääten Strasse nahezu unmöglich gewesen wäre. Die 10 Minuten im Auto waren zwar angenehm, doch auch 5 km sind mal zu Ende und somit stellte ich mich wieder den Elementen. Die restliche Abfahrt vom Ventoux wird mir noch lange in Erinnerung bleiben, immerhin wurde ich gut und gerne 15 Kilometer immer wieder von Hagelkörnern am Rücken "massiert". Letztendlich ging der Hagel im Tal dann aber doch in strömenden Regen über und das Radfahren wurde wieder ein bisschen angenehmer!
 on the road Langsam aber sicher besserte sich das Wetter, was blieb waren orkanartige Sturmböen die prinzipiell immer gegen meine Fahrtrichtung bliesen. Wahrscheinlich auch eines von Murphy´s Gesetzen. Trotz schwindender körperlicher Möglichkeiten war die Landschaft schon sehr eindruckvoll, vorallem die kleinen verträumten Ortschaften hatten es mir schon bei der Tour Ultime im letzten Jahr angetan. Auch die letzten "aktiven" Kilometer im Canyon von Verdon entschädigten die zu diesem Zeitpunkt schon starken Beschwerden mit meiner "Luftversorgung" zumindest ein bisschen. Letztendlich musste ich wie erwähnt das Rennen aus medizinischen Gründen abbrechen. Nach einer kurzen Ruhepause im Pace Car begleiteten wir die Konkurrenz noch ein wenig durch die Schluchten von Verdon, ehe wir uns Mitten in der Nacht Richtung Saint Remy aus dem Staub machten, wo wir die Nacht verbrachten und Sonntag Vormittag die Heimreise antraten. |
|
Letzte Aktualisierung ( Montag, 28. Mai 2007 )
|