"Sellaronda Skimarathon ist ein Rennen für höchsttrainierte Skitourenfahren, gültig für die "Coppa delle Dolomiti". Jede Mannschaft besteht aus einem Paar (zwei Personen) und muss mit Tourenski und Fellen ausgerüstet sein. Außerdem haben alle Skifahrer Stirnlampen, mit denen die Strecke ständig beleuchtet wird. Das Rennen führt durch die nächtliche Landschaft der Dolomiten an den Hauptskiorten Ladiniens wie Selva, Corvara, Arabba und Canazei wo sich von Jahr zu Jahr in Wechsel die Abfahrt und das Ziel des Wettlaufs abspielen." (Quelle: Veranstalter)
kurz vorm Start
Sella Ronda: die Umrundung des gewaltigen Sella Massives mit Skiern. Was der durchschnittliche Skifahrer in einem halben Tag absolviert (den Aufstieg natürlich in einer Gondel oder einem Sessellift absolvierend) schafft die Elite des Skibergsteigens in dreieinhalb bis sechseinhalb Stunden. Für mich als Radfahrer ist Skibergsteigen eine wunderbare Alternative im Wintertraining und auch die Wettkämpfe an welchen ich unregelmässig teilnehme sind eine willkommene Abwechslung zum oft doch sehr monotonen Trainingsalltag.
Gemeinsam mit meinem Team-Partner Raimund Burböck stellte auch ich mich heuer der Herausforderung die 42 Kilometer und 4 Alpenpässe (Grödner Joch, Campalongo, Pordoi und Sella Joch) bei einem nächtlichen Wettrennen zu bezwingen. Der Start in Wolkenstein war mit 18 Uhr recht spät angesetzt und so nutzten wir die Zeit kurz vor dem Start noch für ein kleines Nickerchen in unserem Quartier. Um 17 Uhr gings dann auf die Piste zum aufwärmen und dann zwängten wir uns auch schon zwischen 650 andere Skibergsteiger aus aller Herren Länder.
Mit gemischten Gefühlen stand ich also am Start. War ich dem hohen Tempo gewachsen. Raimund ist auf kurzen Strecken eindeutig der schnellere Mann von uns beiden, aber wann ist ein Skitourenmarathon kurz und ab wann wird er lang? Wie wird das Tempo am Anfang sein? Werd ich mit Raimund Schritt halten können? Der Startschuss beendete meine Gedankenspiele und meine Erwartungen in Punkto Tempo wurden gleich mal übertroffen. Es wurde gerannt ! Und zwar das die Fetzten flogen - im wahrsten Sinne des Wortes. Neben einigen Stürzen verloren eine Menge Athleten auch das Fell unter den Skiern. Auch mir hebelte ein Quergänger mit seinen Skispitzen die Fellklammer von den Skiern, und ich musste in dem ganzen Getümmel auch noch das Fell neu fixieren. Raimund war weg und ich startete meine Aufholjagd die ich erst nach gut 1 Kilometer bergauf mit dem Puls in mittlerweile astronomischen Höhen beendete. Von jetzt an waren wir ein Team und das musste bis zum Ziel auch so bleiben. Eines der Eigenheiten des Sella Ronda Marathons: Die 2 Team-Partner dürfen nie länger als 20 Meter voneinander getrennt maschieren.
Souveniers
Bis zum Grödner Joch hatten wir dann einen ganz guten Rythmus gefunden, und die Abfahrt war ein wirkliches Erlebnis: perfekte Bedingungen liessen 100% zu und so fuhren wir mit maximalen Risiko und Einsatz die Piste runter. Am zweiten Aufstieg Richtung Campalongo ging es mir schon wesentlich besser als einen Berg vorher. Das Tempo hatte sich stabilisiert und Dank Raimund der die Marschgeschwindigkeit vorgab fand ich auch einen idealen Rythmus. Es "schmerzte" zwar schon, trotzdem lief ich nie Gefahr zu "überdrehen". Die Abfahrt wieder ein Hochgeschwindigkeitserlebnis Erster Klasse befanden wir uns schon am Dritten Anstieg rauf zum Pordoi. Nicht steil dafür endlos. Aber noch immer war das Tempo hoch aber machbar. Ein Krampf im Fussgewölbe (!!!) machte mir den Aufstieg und die anschliessende Abfahrt nach Canazei nicht gerade leichter, war aber letztendlich kein Hindernis um auch den Vierten und letzten Anstieg zu bewältigen. Auch der lange lange Weg aufs Sella Joch hatte kurz vor halb Elf Uhr Abends sein Ende und nur noch eine Abfahrt trennte uns vom ersehnten Ziel in Wolkenstein. Wir liessen es nochmal richtig krachen und kamen nach 4 Stunden und 37 Minuten ins Ziel.
Für mich war es eine tolle Herausforderung mit einem starken Skibergsteiger wie Raimund so ein Rennen zu bestreiten. Die Sella Ronda ist ein wunderbarer Wettkampf und freue mich schon auf die nächste Ausgabe im kommenden Jahr.
Hi Michi hi Franz, so nun sitzen wir hier im Ötztal, genießen das schöne Ambiente und die Ruhe im Alpina. Der Sonntag kommt in riesen Schritten auf uns zu und wir sind heiß auf den Marathon. Nur eines ist diesmal anders: ... Ihr fehlt einf