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http://www.dolomitenmann.com/ http://floebi.ath.cx/tn/index.htm Berglauf (14,8 km - 1400 HM) / Paragleiten / Wildwasserkajak / Mountainbike Mit triefender Nase und schwerem Kopf ging es Donnerstag Nachmittag los Richtung Ost Tirol. Der Wetterumschwung und die Kaltfront der letzten Tage hatten meinen Nebenhöhlen ordentlich zu schaffen gemacht - eine komplett verstopfte Nase und ein unangenehmes Kratzen im Hals waren das Resultat. Die erste Nacht wollten wir etwas ausserhalb des Trubels verbringen und beendeten die Anreise ungefähr 40 Kilometer vor Lienz in Obervellach, wo wir einen schönen Gasthof als Nachtquartier wählten. Nach dem Abendessen und dem obligatorischen anprosten gings auch alsbald ins Bett - von schlafen war aber in dieser Nacht nicht wirklich eine Rede. Die Erkältungssymptome sorgten für Atemnot und Schweißausbrüche. Am Morgen führte uns der erste Weg somit in die Apotheke und ich deckte mich mit Sprays und Tropfen ein. Knapp eine Autostunde später kamen wir bei Kaiserwetter in Lienz an. Nach einem kurzen Bummel durch den schöne Dolomitenort, trafen wir uns auch schon mit meinen "Auftraggebern". Dem NORDPARK TEAM aus Innsbruck, die mich als Bergläufer für Ihre Dolomitenmann Staffel engagiert haben. Begrüßen, Kennenlernen, Quartier beziehen, ... Die Zeit vergeht wie im Flug. Gegen 13 Uhr machen Miga und ich mich auf dem Weg die Laufstrecke zu besichtigen. 12 km und 1700 Höhenmeter warten am kommenden Tag auf mich, und mein Gesundheitszustand macht mir ganz schön zu schaffen. Mir ist eiskalt und trotz Temperaturen um die 20 Grad stapfe ich im dicken Anorak und mit langer Hose herum. Die Laufstrecke beginnt auf den ersten 3 Kilometern relativ eben und mündet dann in den "Goggsteig". Direttissima ! Eine beinahe senkrechte Felswand türmt sich vor uns auf - und ich schnaufe schon beim Bergaufgehen. Aber es heisst ja nicht umsonst: "Für die Härtesten unter der Sonne". Der "Goggsteig" nimmt auch ein Ende - und vor uns offenbart sich die landschaftliche Herrlichkeit der Lienzer Dolomiten. Also wenn einem bei diesem Anblick nicht das Herz aufgeht. Umragt von schroffen Felswänden schlängelt sich ein grünes sonnengeflutetes Tal Richtung Kuhbodenthörl. Weit weit oben zwischen den Felsen soll also morgen unser Ziel - bzw. die Übergabe an die Paragleiter sein. Beeindruckt von der Streckenführung und der Gegend machen wir uns nach gut 2 Stunden Aufstieg wieder auf den Weg Richtung Lienz. Mittlerweile ist auch mein Vater eingetroffen, wir vertreiben uns den Abend bei Speis und Trank - um 18 Uhr gibts noch ein Race Briefing und gegen 21 Uhr begeben wir uns dann in die Betten. Langsam scheinen auch die Medikamente Ihre Wirkung zu entfalten, jedenfalls schlafe ich merklich besser als in der Vornacht und erwache am Samstag Morgen auch halbwegs ausgeschlafen und erholt. Ein Blick aus dem Fenster bringt Ernüchterung. Dicke Wolkenschwaden versperren die Sicht auf die Berge. Wir kombinieren. Wenn man nicht raufsieht - sieht man auch nicht herunter, was im konkreten Falle für die Paragleiter Piloten ein ernstzunehmendes Problem darstellt. Beim Rennbüro in Lienz hat man sich darüber anscheinend auch Gedanken gemacht, also wird gleich mal der Start von 10 auf 10.30 Uhr verschoben und kurzerhand die komplette Berglaufstrecke und auch die Paragleiter Strecke geändert. Mein Weg führt mich jetzt statt aufs Kuhbodenthörl - auf das Hochstein Kreuz. Immerhin auch knapp 2100 Meter hoch gelegen und immerhin auch noch 1500 Höhenmeter über Lienz. Ausserdem mit einer Wegstrecke von 14,8 Kilometer auch noch um 2 Kilometer länger als die urprünglich geplante Variante. Für die Paragleiter soll es vom Hochstein Kreuz weniger gefährlich sein - nachdem die schroffen Felswände rechts und links der Startrampe wegfallen. Meine Renntaktik kann ich zwar jetzt vergessen, nachdem ich die neue Strecke nicht kenne - aber das geht heute wohl jeden Bergläufer so.
Nach dem Aufwärmen und einigem Herumgezappel verabschiede ich mich von meinem kleinen aber feinen Betreuerstab und begebe mich in den Startkorridor. An die 140 Bergläufer, darunter die internationale Elite in diesem Bereich hüpfen unruhig von einem Bein aufs andere, und Punkt 10.30 gibt Veranstalter Werner Grissmann den Startschuss zum 16. RED BULL DOLOMITENMANN - dem härtesten Team Wettbewerb der Welt. Ich starte im Mittelfeld und versuche der Starteuphorie zu entkommen um nicht zu überziehen. Das Tempo ist auch ohne übermässigen Ehrgeiz auf den ersten 2 flachen Kilometern ziemlich hoch. (~ 3.30 min./km) Die 2 km eben sind somit bald vorbei, es geht einen kurzen (~500 Meter) steilen Waldweg hinauf und raus auf eine Wiese. Ein weiterer Kilometer geht leicht bergab, wir queren die Isel und biegen ohne Vorwarnung in den Pöllander Steig. Technisch sehr schwieriges Gelände, immens steil - wir laufen / walken / gehen / schleppen uns auf allen vieren durch den Wald. Knapp 10 Minuten später gehts raus auf einen stetig steigenden Forstweg und das erste Mal hat man Gelegenheit das Tempo frei zu wählen. Das Feld zieht sich langsam aber sicher weit auseinander und ich finde erstaunlich schnell meinen Rythmus. Angenehmes Terrain ! Durch den Wald kämpfe ich mich Richtung Moosalm, wo viele Zuseher die Strecke säumen. Über eine steile Wiese gehts circa 500 Meter hoch um dann wieder in den Wald zu biegen. Nachdem die Wiese pulsmässig verdaut ist, finde ich im gleichmässig steilen Wald wieder schnell meinen Rythmus und laufe dem Ziel entgegen. Die ausreichend vorhandenen Labestationen versorgen uns Läufer mit Red Bull ( was sonst ? ) und mit Kilometerangaben. Bei der letzten Labestation sind es noch knapp 3 Kilometer und 500 Höhenmeter bis ins Ziel. Ich habe noch Reserven, mache Druck und kann noch einige Plätze gutmachen. Die letzten 800 Meter gehen über unwegsame Latschenfelder ziemlich steil bergauf, ich hol nocheinmal alles aus meinem geschwächten Körper heraus und übergebe meinem Teampartner Alban nach 01.48 h an 37. Stelle liegend. Erschöpft aber angesichts der Umstände (verkühlt, fehlende Streckenkenntnisse) wird erst mal gerastet. Aufgrund eher unwirtlichen Wetters begebe ich mich aber ohne große Umwege in den Transporter der uns wieder nach Lienz bringt. Der Dolomitenmann ist zu diesen Zeitpunkt (für mich zumindest) überstanden, und ich bin gespannt wie es wohl meinen Teamkollegen gehen wird. Irgendwie finde ich im Getümmel von Lienz sogar meine Miga wieder und gemeinsam vertreiben wir uns die Zeit bis zum Eintreffen der restlichen Nordpark Mitglieder mit Mac Donalds und Zusehen beim Mountainbike Downhill. Nachdem Schlag auf Schlag Alban (Paragleiter) und Bernd (Kajak) eintreffen, die allesamt Super Leistungen vollbracht haben und die von mir eingeleitete Platzierung beibehalten und teilweise um einige Plätze verbessert haben - geht das Warten auf unseren Schlussmann Alex (Mountainbike) los. Der hat leider bei der Abfahrt einen Crash und kommt mit gebrochenem Schlüsselbein ins Ziel. Trotzdem hat er nur einen Platz verloren und das NORDPARK TEAM belegt bei seiner Dolomitenmann Premiere den hervorragenden 28. Rang von 91 gestarteten AMATEUR TEAMS. Gratulation und Danke auf diesem Weg an die gesamte NORDPARK Mannschaft (Alban, Alex, Flo, Bernd und Christian) War mir eine Ehre bei Euch mitzumachen. Danke auch an meine Freundin Michaela die immer an meiner Seite ist und mich mehr als hervorragend betreut. (luv ya)         |