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10 Stunden Lauf Rechnitz PDF Drucken
Geschrieben von Franz Preihs   
Freitag, 29. August 2003

Der See ruft - in diesem Falle ein kleiner Badeteich im letzten Winkel des Burgendlandes. Rechnitz nennt sich der verträumte Ort kurz vor der Grenze nach Ungarn, und veranstaltete heuer bereits zum fünften Mal den 10 Stunden Lauf. Mit freudiger Erwartung machen wir uns Samstag in Aller Früh auf den Weg Richtung Burgenland. Freudig deswegen weil ich mich auf ein Wiedersehen mit den Freunden des Resnik Xtreme Teams freue, ausserdem hat sich auch Erich Mickler angekündigt und am allerwichtigsten: es wird Michis erster Ultra sein.

 

Knapp eineinhalb Autostunden später kommen wir in Rechnitz ein. Der Sommer hat sich in den letzten Tagen verabschiedet und dicke Regenwolken hängen über uns. Was solls - mental hatte ich mich aufgrund der Wetterprognosen eh schon auf schlechtes Wetter eingestellt und die 1,2 km Runde um den See erlaubt bei Bedarf auch einen kurzen Stop beim Betreuerstand um Wäsche zu wechseln oä. Aussddem sind wir mit unseren LÖFFLER Gore Tex Jacken bestens gerüstet. Langsam trudeln auch die ersten vom Xtreme Team mit Ihren neuen FILA Trainingsanzügen ein, wir begrüßen unter anderem Lisa und Gerhard, Claudia, Wolfgang und Manuela sowie Erich Mickler der mit einem Zelt in der Größe eines Wohnwagens auftrumpft. Nach dem Austausch einiger Anekdoten gehts auch schon los mit den letzten Startvorbereitungen, und eher wir unser RED BULL ausgetrunken haben ists auch schon kurz vor Neun. Im leichten Nieselregen nehmen wir an der Startlinie Aufstellung und wieder mal begebe ich mich auf eine Reise ins Ungewisse. In 10 Stunden kann viel passieren.

Die 1,2 km Runde hat gleich nach dem Start/Ziel eine kurze Steigung von in etwa 10 Höhenmetern - geht dann relativ flach um den See - um dann auf den letzten 150 Metern wieder ein bisschen abzufallen. Ich beginne die ersten Runden relativ locker mit Rundenzeiten zwischen 06.40 und 06.50 Minuten. So gehts auch ganz gut dahin, Michaela vergnügt sich inzwischen mit Manuela und macht auch einen frischen lockeren Eindruck in Ihrem FILA Laufdress und den UVEX Sonnenbrillen. Einige Runden laufe ich auch mit Itta Olaj was die Zeit ein wenig schneller vergehen lässt. Lisas Mann Gerhard ist heute als unser Betreuer im Einsatz und macht seinen Job wirklich hervorragend. Er versorgt uns mit SQUEEZY was uns allen die nötige Energie gibt. Auf diesem Wege gleich mal ein herzliches Dankeschön für die Super Betreuung ! Ungefähr 100 Meter vor dem Start/Ziel Bereich hat das Resnik Xtreme Team sein Headquater - wo wir neben Sitzmöglichkeiten auch unseren Verpflegungsstand und ein Zelt zur Verfügung haben. Bestens betreut und motiviert laufe ich also so dahin, die ersten 5 Stunden gehen ziemlich locker - ich fühle mich physisch und auch mental stark - trinke und esse ausreichend - und merke dann aber trotzdem nach circa 5 Std. 15 min. erste Ermüdungserscheinungen. Von Runde zu Runde baut mein Körper ab - der Geist folgt ihm unweigerlich nach und nach 5.30 h stehe ich (wiedereinmal) das erste Mal vor dem Mann mit dem Hammer. Heuer hab ich diesen aber schon so oft getroffen das wir uns beinahe schon freundschaftlich begrüßen. Tempo runternehmen - ein paar Schritte gehen - erholen. Das Kreuz schmerzt, die Beine sind schwer - ich geh eine ganze Runde - Michi begleitet mich - spendet Kraft - das hilft. Ich beginne wieder zu laufen und mach gleich wieder einen Anfängerfehler. Im Endorphinrausch schmeisse ich alle guten Vorsätze (das Hoch nach einem Hänger nicht überzubewerten) über Bord und renne so schnell ich kann. Die Rundenzeiten gehen in Richtung 06.15 / min. und eine gute Stunde später ist der Spass auch schon wieder vorbei. Die Kräfte schwinden und ich muss wieder Tempo rausnehmen. Wäre ja auch zu einfach wenn ich das Tempo halten hätte können. Aber egal - ich versuch positiv zu denken - wundere mich insgeheim über meine Freundin die mittlerweile 7 Stunden in den Beinen hat - und genug Energie hat um auch mich noch damit zu versorgen. Trotzdem ist erst mal Schluss und ich beschliesse meinen in dieser Saison schon ziemlich geschundenen Körper 10 Minuten Ruhe zu gönnen. (nichts ahnend das mir genau diese kurze Pause den Sieg kosten sollte)! Mittlerweile sind 8 Stunden vergangen und langsam komme ich wieder auf Touren. Die letzten Informationen die ich über den Rennverlauf in meiner AK habe bedeuten das ich mit einem anderen ex aequo in Führung liege. Leider beziehen sich diese Infos auf den Stand des Rennens vor (!!!) meiner Pause, und nichtsahnend das ich eigentlich eine Runde zurück liege - mache ich mich mit neuer Motivation (Sieg ?!) auf den Weg. Nach knapp 09 Std. und 15 Minuten überhole ich dann auch wirklich meinen Konkurrenten im Glauben nun wieder in der selben Runde zu sein. Wie vom Teufel geritten mach ich noch einmal Tempo und kämpfe um jeden Meter. Michi schlägt sich in der Zwischenzeit mehr als wacker - hat keinen einzigen richtigen Hänger und läuft so locker als hätte sie gerade begonnen.

Als dann um 19 Uhr endlich der Zielschuss ertönt, bin ich mir zwar nicht hunderprozentig sicher - rechne aber eigentlich schon mit dem Sieg. Mit der Zeit kommen aber immer mehr Zweifel auf und schon auf dem Weg zur Siegerehrung nach Großpetersdorf wird mir klar das es sich warscheinlich nicht ausgegangen ist. Die 10 Minuten Pause mussten mir den Sieg gekostet haben. So ist es dann auch! Ich beende die 10 Stunden von Rechnitz auf dem Zweiten Platz in der Allgemeinen Klasse, nicht einmal EINEN (!!!) Kilometer hinter dem Sieger mit 99,23 irgendwas Kilometern (noch schlimmer wenn man bedenkt das der Hunderter nur ein paar Schritte entfernt war). Aber egal: Jammern gilt nicht - Immerhin hab ich es auch selbst verbockt. Ausserdem freu ich mich zu diesem Zeitpunkt viel zu sehr für meine kleine "Ultra"Maus - die heute ein fantastischen Rennen gelaufen ist und satte 77 Kilometer (!) heruntergespult hat. Ich bin stolz auf Dich. Mein Dank geht auf diesem Weg auch an die Veranstalter die einen wunderbaren, mit viel Herz organisierten Lauf auf die Beine gestellt haben. Wir sehen uns nächstes Jahr. Weiters ein herzliches "Cheers und Gracias" an folgende Personen: Manuela Resnik, Claudia Illetschko und Wolfgang Koppitsch, Lisa und Gerhard Lusskandl, Erich Mickler, Itta Otaj.

 

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Rolf
Hi Michi hi Franz, 
so nun sitzen wir hier im Ötztal, genießen das schöne Ambiente und die Ruhe im Alpina. Der Sonntag kommt in riesen Schritten auf uns zu und wir sind heiß auf den Marathon. Nur eines ist diesmal anders: ... Ihr fehlt einf