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RAAM 2008

Heavyweight: Hypertrophietraining nennt sich das Zauberwort. Und dabei wachsen nicht nur die Oberschenkel von Franz

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RAAM 2008 - Platz 4
Ich verneige mich vor meiner Crew: Andrae, Berndl, Heli, Manu, Michi, Roli, Stefan, Udo, Walter

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718 km / 8868 hm in 27 Std. 17 Min.

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Franz beim Leistungstest im Sportwissenschaftlichen Kompetenzzentrum der FH Bad Gleichenberg

Mountainbike Europameisterschaft Stattegg PDF Drucken
Geschrieben von Franz Preihs   
Sonntag, 17. August 2003

104 km / 4700 HM

In Anbetracht der letzten beiden Wochenenden (Mittersill und Wienerwald) wunderte ich mich eigentlich gar nicht so recht dass in der Woche vor Stattegg und auch am Morgen des Veranstaltungstages keine rechte Motivation aufkommen wollte. Aber ich hatte extra die Strecke besichtigt und die Startnummern geholt und montiert - was mir dann doch Grund genug war es zu versuchen ! Zum Glück gelten in einem Wettkampf andere - eigene Regeln, und spät aber doch - ungefähr 10 Minuten vor dem Start spürte ich endlich die sehnsüchtig erwartete Spannung in der Muskulatur und die beginnende Nervösität. 104 km und knapp 4700 Höhenmeter stehen auf dem Programm - aufgeteilt auf 2 Runden á 52 km. Ready - Steady - Go !

 

Gemütliches Einrollen zum Fuß der Leber - knick in die Vertikale - ein letztes Mal ordentlich durchschnaufen und rauf gehts zum Gasthof Martinelli. Die Leber geht einem sprichwörtlich an die Nieren. 28% Steigung sind kein Honigschlecken, und ich versuche das lästige Dauerpiepen meiner Pulsuhr zu ignorieren. Der Einbruch in Mittersill brachte mich auf die Idee es einmal mit Pulsmesser und dazugehöriger Maximalpulswarnung zu versuchen, um nicht schon in der ersten Runde komplett zu überdrehen. Vorsorglich schaltete ich das "Warnsignal" auf 170 Schläge - der Blick auf die Pulsuhr am Anstieg zur Leber zerstörte aber meine guten Vorsätze heute langsam zu beginnen. Beim Gasthof Martinelli fasste ich mir aber ein Herz und schaltete einen Gang runter. Das Piepsen verschwindet und ich mache mich mit ausreichend gesenktem Puls auf den Weg. Die Strecke bis zur Ersten Labestelle beim Hochwirt ist abwechslungsreich. Rasante Abfahrten auf felsigen Singletrails und zähe - beinahe zermürbende Anstiege auf Forstwegen und Asphaltstrassen bei Temperaturen um die 35 Grad erzwingen schon zum Beginn dieses Rennens die ersten Aufgaben. Eine Herausforderung für Mensch und Material. Ich zwinge mich regelmässig zu trinken, würge Bananen und Powerbar Riegel hinunter und klemme am Hinterrad eines Holländers der mir (un?)freiwillig das Tempo macht. Beim Hochwirt Kopfdusche mit Wasser - Riegel ausgefasst und los gehts wieder. Der lange nicht enden wollende Anstieg ist mir von meinen Trainingsfahrten schon bekannt - und dementsprechend gelassen und darauf eingestellt nehme ich ihn in Angriff. Oben angekommen ein rasanter Forststrassen Downhill mit einigen kurzen Gegenanstiegen und der Sprung in den "Bürgermeisterdownhill" ! Senkrechtes Gefälle - unglaublich steil ! Im freien Fall Richtung Gh. Martinelli. Hurra wir leben (fahren) noch. Die zweite Labestation eine Offenbarung. Wieder eine Dusche mit Wasser - wieder was zum Trinken und ja nicht denken. Der Schöckl lauert schon und ich kurble mich auf den scheinbar endlosen Forstautobahnen Richtung Gipfel. Technisch von Meter zu Meter anspruchsvoller werdend, verlangt einem der Anstieg zum Schöckl wirklich alles ab. Grobsteinige Schotterpisten verleiten nicht nur die Reifen - sondern auch die Fahrer zum durchdrehen. Die letzten Meter über die Magna Teststrecke schultere ich das Rad um nicht unnötige Energie in dem unwegsamen Gelände zu verbrauchen und finde mich nach 02.45 h auf dem höchsten Punkt des Rennens - dem Schöcklgipfel wieder. Verpflegung fassen und los gehts. Die Schöckl Nordtrasse verlangt jedem durchschnittlich sportlichem Wanderer schon jede Menge ab - auf dem Bike ist sie (trotz mehrmaliger Trainingsfahrten) jedoch eine wirkliche Herausforderung. Deffinitiv nichts für Ungeübte oder Hobbymountainbiker. Einem Husarenritt gleich gehts auf wilden Felswegen Richtung Start/Ziel in Stattegg. Tempo 70 ist keine Seltenheit - die Reifen rauchen - der Fahrer schwitzt. 250 Höhenmeter Gegenanstieg bei Kilometer 42 machen zwar keine Freude - aber wer fragt schon danach. Der Berg ist bezwungen - downhill nach Stattegg und nach 3.28 h hab ich die erste Runde hinter mich gebracht.

Nicht denken. Wer sich jetzt fragt wie er die zweite idente Runde nocheinmal fahren soll kann gleich absteigen. Die Anfeuerungsrufe im Ziel (kennen mich doch welche ?) sowie die Anwesenheit meiner Freundin geben neue Kraft und Motivation und ich beginne wieder mich die Strasse auf die Leber hinaufzuquälen. Was schon in der ersten Runde keine Spass war ist jetzt schon gar keiner mehr. Noch dazu glüht der Asphalt. Die Hitze wird immer schlimmer und ich sehne schon den schattenspendenden Wald entgegen. Martinelli erreicht - letzter Gruß an meine Kleine Maus und hinaus in die Wildnis. Mit meinen Gedanken alleine auf dem Weg zum Hochwirt. Immer wieder kommen mir Biker entgegen die sich augenscheinlich Gedanken über das Unterfangen gemacht haben den Schöckl an diesem Tag zweimal zu besiegen. Die Frage nach dem Sinn bleibt bei solchen Unternehmungen immer unbeantwortet. Die Ausfallsquote von über 50% spricht daher eine deutliche Sprache. Mit Gartenschläuchen bewaffnete Anrainer spenden kühlendes Nass - die altbewährten Steigungen werden auch beim zweiten Mal nicht weniger Steil und unsereiner übt sich in Geduld. Irgendwann kommt jeder mal oben an - soll von nun an mein Leitsatz sein. Erneut der freie Fall durch den Wald des Bürgermeisters - Checkpoint beim Martinelli - und wieder auf die endlosen 800 (Nonstop-) Höhenmeter bis zum Schöckl Gipfel. Es wird jetzt hart. Unmittelbar vor mir abermals ein Holländer der sich pausenlos mit ohrenbetäubendem Geschrei selbst anfeuert - über mir die Sonne welche sich heute nicht lumpen lässt (mittlerweile könnte man auf meinem Helm Spiegeleier braten) - und ich. Mittendrinnen. Es gibt kein Zurück - der Berg ruft - und nach fast nicht enden wollender Schinderei steh ich zum zweiten Mal an diesem Tag auf dem Schöckl Gipfel. Wie ich die Nordabfahrt heil hinter mich bringe weiss ich nicht mehr so genau - ich komme jedenfalls heil unten an und rase Richtung Stattegg. Die ersten Endorphine bahnen sich ihren Weg - und ich bekomme ein verschollen geglaubtes Element zurück. Die Kraft ! Den letzten Anstieg meistere ich problemlos und auf dem Weg zum Ziel (bei km 92) dann auch noch ein Aufbegehren der Technik. Ein Reifenplatzer holt mich auf die Tatsachen der Realität zurück. Was tun ? Reifenwechseln für 10 km bergab ? Risikobereitschaft beweisen und auf der Felge Richtung Tal reiten. Ich freunde mich in Windeseile mit letzterer Idee an und drifte auf der Felge über die Felswege Richtung Ziel. Heil und ohne Sturz schaffe ich es dann doch mit komplett demolierten Hinterrad nach 07.28 h über die Ziellinie.

Stolz und glücklich flüchte ich mich in die Arme meiner Freundin und in den kühlenden Schatten. Der Schöckl ist besiegt - auf zu neuen Abenteuern.

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Steffen Schelenz
Hey Franz, 
herzlichen Glückwunsch zu diesem hervorragenden 4 Platz. 
Insbesondere die Kraft und der Wille nach dem Sturtz weiter zu fahren ist einfach TOP. 
Ein großes Lob auch an Dein Team, das anscheinend sehr gut or